Religion

zuletzt editiert von Donnerlippchen am 2016-12-16 14:48:40

Die Urgötter

Heute folgen nur wenige Ältere (und einige der Individualisten in den Stadtzentren) dem Urgötterkult, dem alten Kult, den die ersten Siedler mit nach Ambar brachten. Wann genau dieser Kult entstand, ist heute nicht mehr nachzuweisen. Grabungen in Alis haben Funde von Urgötterstatuen zu Tage gebracht, welche auf ca. 27.000 v. L. zu datieren sind.

Der Urgötterkult kennt drei Hauptgottheiten. Thendor, der Gott des Feuers, der Blitze und des Kampfes. Seine Frau Arama, die Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit, des Heims aber auch der Zwietracht und Singol, Thendors Bruder, der Gott des Genusses und des Begehrens.

Weiterhin gibt es diverse kleinere Gottheiten, deren Namen und Aufgaben je nach Bevölkerungsgruppe leicht variieren. Jede Familie hatte einst eine Familiengottheit, die zu der Hauptbeschäftigung des Familienoberhauptes passte. Heutzutage findet man Reste dieser Tradition oft noch in Form von kleinen Altaren in den Wohnräumen. Üblicherweise werden Miniaturdarstellungen der Gottheiten mit Blüten geschmückt. Das Wissen über die Herkunft dieses Brauches und über die Bedeutung der Figuren ist bei den Jüngsten unserer Zeit weitestgehend verschwunden.

In den letzten Jahren kann man in den Hauptstädten wieder Gruppen finden, die sich scheinbar auf die ursprüngliche Religion Ambars zurückbesinnen. Oft setzen sich diese aus jüngeren Männern zusammen, die vom Land in die Stadt zogen. Mit dem ursprünglichen Kult haben diese Gruppierungen aber nur noch wenig gemein. Teilweise zeigen sie sektenartiges Verhalten. Frauen sucht man oft vergebens in diesen Zirkeln. Die jungen Männer der sogenannten "Rückkehrer" erkennt man daran, dass sie in Kleidung und Frisur versuchen, ihrem jeweiligen Urgott zu gleichen. Nur in Trescellion gibt es einen Arama-Kult, dem sich junge Frauen anschließen. Die Regeln dieser Gruppe sehen völlige Enthaltsamkeit und Rückzug aus dem öffentlichen Leben vor. Die Aramanerinnen tragen meist weite rote Gewänder und lange Schleier. Der Kult wird häufig gerade deshalb kritisiert, da er dem Charakter Aramas, einer verheirateten Frau, widerspreche.

Labros und die messianische Bewegung

Auch wenn sich Ambar der Säkularisierung (Trennung von Staat und Religion) verschrieben hat, so ist doch der Messianismus die dominierende Religion. Dies sieht man alleine schon an unserer Zeitrechnung (v. L. - vor Labros und n.L. - nach Labros).

Labros war ein Fischerssohn im kleinen Jewron in der Region [NAME]. Er galt bereits im Alter von sechs Jahren als sehr lebensklug, bescheiden und besonnen. Oft reisten die Ältesten der ganzen Gegend nach Jewron, um sich Rat bei Labros zu holen. Gab es Streit, der unschlichtbar zu sein schien, reiste man auch einmal hunderte Kilometer, denn die Lösung, die Labros fand, war immer dergestalt, dass sich niemand ungerecht behandelt fühlte.

Oft versuchten ihn die Herrscher der größeren Städte für sich zu gewinnen. Sie boten Geld, Besitz und Macht. Doch Labros und seiner Familie war dies alles nicht wichtig. Sie lebten viele Jahre in ihrer bescheiden Hütte. Im Alter von 26 Jahren erkrankte Labros an einer mysteriösen Krankheit. Die Herrscher schickten ihre besten Ärzte, doch niemand konnte herausfinden, was dem jungen Mann fehlte. Bald war er nur noch ein Schatten seiner selbst, kaum fähig, sich für längere Zeit aus dem Bett zu erheben. Doch er empfing weiterhin all jene, die Hilfe und Rat brauchten. Nach einem langen Jahr der Krankheit fand Labros' Mutter ihren Sohn eines Morgens tot in seinem Bett. Es wird berichtet, dass er noch im Tod zufrieden und frisch aussah.

Die Menschen fielen in tiefe Trauer. Es gab kaum jemand, dem er nicht geholfen oder Trost gespendet hatte. Man bahrte seinen Leichnahm im Dorf auf, sodass alle eine Gelegenheit hatten sich zu verabschieden. Der Andrang war groß, aus allen Richtungen strömten die Menschen nach Jewron, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Als eines Morgens die Eltern zum Sarg ihres Sohnes kamen, mussten sie mit Grauen feststellen, dass der Leichnam verschwunden war. Bis heute weiß man nicht, ob und von wem er entwendet wurde. Der Schreiber Gredyk, einer der großen Geschichtsschreiber seiner Zeit, der über Labros und seine Wundertaten berichtete, schreibt in seiner Chronik, dem Buch Labros', dass der Fischersohn des nachts die Augen aufschlug, sich aus seinem Sarg erhob und in die nahegelegene Samaris Wüste wanderte.

Lange Zeit schworen die Menschen, dass ihnen Labros immer wieder begegnete, vor allem in solchen Situationen, in denen sie nicht weiter wussten und dringenden Rat brauchten. Er half ihnen mit seiner Weisheit und ging dann still und unauffällig wieder fort. Auch heute noch soll es gelegentliche Sichtungen des Fischersohns geben.

Seine Entscheidungen und Ratschläge fasste Gredyk im Buch Labros' zusammen, welches nun schon seit Jahrhunderten dem Volk Ambars als Leitlinie für ihr Zusammenleben dient. Man verehrt Labros heute als Messias, der die Menschen Demut und Bescheidenheit lehrte und die Welt deutlich friedlicher machte.

 Der Maschinengott

Die Bewohner Remnants sind der Überzeugung, dass Maschinen Überleben bedeuten. Daher verehren sie im Gegensatz zur allgemeinen Bevölkerung Ambars den Maschinengott. Dieser wohnt ihrer Meinung nach in jeder Maschine und in jedem technischen Gerät, weshalb es für sie wichtig ist, Maschinen zu pflegen und mit besonderer Aufmerksamkeit zu behandeln.

In vielen Familien findet man ein altes Relikt der früheren Zivilisation, welches als Haus- und Familientotem genutzt wird.


History